Versöhnungskirche

Die Versöhnungskirche - eine moderne Betonkirche, die viel Raum lässt für Meditation, Dank und Gebet. Sie wurde erbaut zwischen 1963 bis 1965 von dem Stuttgarter Architekten Heinz Rall (geboren 1920). Der Besucher der Kirche wird Ruhe finden und der Bedeutung auf seine Weise nachsinnen.

Versöhnungskirche

Weithin sichtbar zeigt der Turm der Versöhnungskirche in den Himmel.
Seine steile Senkrechte scheint einseitig durch eine leicht angeschrägte Kante gestützt zu sein. So vermittelt sich trotz der Schräge dem Auge ein stabiles Ganzes.Die charakteristische Silhouette wird ergänzt durch eine stufenweise Dachkonstruktion über dem Kirchenraum. Die Höhen und Tiefen des hügeligen Baugrundes werden hier aufgenommen und betonen in ihrer Gegenbewegung die Stellung der Kirche am Hang. (Ilse Bening)

Foto: Manfred Gloß

Foto: Manfred Gloß

Der Innenraum

Zunächst beeindruckt im Kirchenraum ein sachlicher Ernst, belebt von dem einfallendem Licht durch geometrisch geführte Durchbrüche im Mauerwerk.
Das Hell und Dunkel intensivieren die Struktur der rötlichen Ziegelwand links.Der warme Holzton der Orgelpfeifen rundet die unterschiedlichen Baumaterialien zu einem Dreiklang.

Der Altar ist ein stabiler Tisch mit ineinander gefugten Balken – auf gleicher Höhe stehend wie die Plätze der Gemeindeglieder.
(Ilse Bening)

Foto: Hans-Jürgen Blohm

In mittlerer Höhe schwebt ein Bronzeguss (Künstler Hans-Peter Fitz).

Was soll die Skulptur bedeuten? Ein Drache – als Symbol des Bösen und dessen Überwindung? Oder erinnert das Gebilde an das Leid, dargestellt in der Dornenkrone Christi,die vielleicht um die Kirche rundet und alle Menschen einschließt? Oder – noch unwirklicher – symbolisiert es den Geist Gottes? (Ilse Bening)

Foto: Karin Müller

In der Andachtsnische wurde ein Farbfenster des Malers Heinz Trökes eingebaut. Ein Bildfenster ohne vordergründige Symbolik und doch in seiner äußerst sensiblen farbigen Transparenz, von einer verhalten mystischen Qualität, die eine andere Dimension der Wirklichkeit spürbar werden lässt. (Heinz Rall)

Warum Versöhnungskirche?
Etwa ein Jahr vor der Einweihung begann die Suche nach einem Namen für der Kirche. Die damals 16-jährige Ursula Gohl schlug in einem Wettbewerb den Namen "Versöhnungskirche" vor, und dieser Name fand die größte Zustimmung.
Warum wurde wohl dieser Name gewählt? Nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs spürten die Menschen, wie wichtig eine Versöhnung war,wenn die Völker künftig in Frieden zusammen leben wollten. Auch für die 12 Millionen Vertriebenen war Versöhnung ein großes Anliegen, und so nahmen sie den Wunsch nach Versöhnung in ihre Charta von 1950 auf.
In das Neubaugebiet Ramtel waren sehr viele Vertriebene gezogen: so hatte auch die neue Kirchengemeinde Ramtel einen großen Anteil Vertriebener. Wahrscheinlich war es diesen Menschen besonders wichtig, ihre neue Kirche "Versöhnungskirche" zu nennen.
Die Urkunde im Grundstein unserer Versöhnungskirche begründet diese Namenswahl mit folgenden Worten:
"Wir nennen sie so, weil in ihr Jesus Christus verkündigt werden soll, der Gott und Menschen versöhnt und so Frieden stiftet unter den Menschen. In einer Zeit, die von Spannungen und Spaltungen zwischen den Völkern, Rassen und Kirchen gekennzeichnet ist, sollen hier Menschen das Wort hören, das die Verirrten findet und die Getrennten vereint".
Der in Beton gegossene Stein zwischen der großen Treppe und dem Kirchturm erinnert an die Einweihung unserer Kirche im Jahr 1965 und fasst mit einem Satz aus der Bergpredigt zusammen, was Versöhnung sein soll:
"Gehe hin und versöhne dich mit deinem Bruder!". (Folkhart Dinkler)

Die Kirche will verbinden, so wie sich die Menschen verbunden haben, die in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts aus zahlreichen Ländern hier zusammenströmten und heute die Ramteler Bürgerschaft präsentieren; unter ihnen aktuell ca. 1.600 evangelische  Christen.

Stand 2017 Hans-Reinhardt Ziegler / Elisabeth Nitschke

Die Anschrift der Versöhnungskirche lautet:

Am Bockberg 2, 71229 Leonberg.